Das Grasmaul

Stadtteilzeitung des SPD-Ortsvereins Garbenheim     

Februar 2009

Dauerthema Lärmschutz: Die Verhinderer sitzen in  Garbenheim

Zwei Stimmen fehlten, ansonsten hätte anlässlich der Haushaltsberatungen in der Wetzlarer Stadtverordnetenversammlung im Februar 2008 der Bau der Garbenheimer Lärmschutzwand entlang der B49 eine gute Chance gehabt. Die beiden Garbenheimer FW-Stadtverordneten  Erich Lautz und Christa Lefevre  verhinderten mit, indem sie sich enthielten bzw. dagegen stimmten, dass ein entsprechender SPD-Antrag eine Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung bekam. Sämtliche Stadtverordneten von SPD und Grünen stimmten für den Antrag, sodass bei Zustimmung von Lautz und Lefevre auf dem Hintergrund der knappen Mehrheiten in der Wetzlarer Stadtverordnetenversammlung die Lärmschutzwand in greifbarer Nähe war.

Dabei hatten Garbenheims Freie Wähler in ihrem  Wahlprogramm zur Kommunalwahl 2006 den Garbenheimer Bürgern ganz vorne das Versprechen  gegeben, sich für den Bau einer Lärmschutzwand entlang der B49 einzusetzen.

Und jetzt, wo die Stadtverordnetenmehrheit dafür  nahe war, stimmen genau jene, die vorher mit diesem Versprechen Garbenheimer Wählerstimmen eingesammelt hatten,  dagegen und verhindern so gezielt die einzige Chance zur  Realisierung ihres eigenen Wahlversprechens. „Das geht in die Richtung kalkulierter Wählerbetrug“, so Waldemar Droß, Ortsbeiratsmitglied und Sprecher der Garbenheimer Aktionsgemeinschaft pro Lärmschutz.

Nach mittlerweile zehnjährigem zähem politischen Kampf der Garbenheimer Bürger für  Lärmschutzmaßnahmen entlang der B49 sind alle Argumente ausgetauscht. Die Mehrheit von CDU, FW und FDP im Wetzlarer Stadtparlament und im Magistrat will ein solches Projekt letztendlich nicht finanzieren -  sie traut  sich bloß nicht, dies den Garbenheimer Wählern klar zu sagen. Und so wurden in den vergangen Jahren immer neue Hinderungsgründe vorgeschoben, die seitens der Aktionsgemeinschaft Zug um Zug ausgeräumt werden mussten. Angefangen von dem  Versuch des CDU - Baudezernenten Achim Beck, die Kosten einer Lärmschutzwand hochzurechnen, indem er für viel Geld ein „Betonsperrwerk“ für  mehr als 20 Mio DM als „unbezahlbares Projekt“ planen ließ bis hin zu dem FW-Antrag, die Auswirkungen einer  Garbenheimer Lärmschutzwand  auf eventuelle Lärmbelastung in Naunheim und Niedergirmes gutachterlich feststellen zu lassen. Der Antrag sorgte bei Baufachleuten zwar für Kopfschütteln – aber der eigentliche Grund, die Garbenheimer Bürger hinzuhalten, war wieder einmal mindestens für ein halbes Jahr erreicht.

Mittlerweile erkennen immer mehr Garbenheimer, dass die eigentlichen Verhinderer einer Lärmschutzwand entlang der B49 nicht in Wetzlar, sondern in Garbenheim vor Ort sitzen.  Es sind die Garbenheimer Freien Wähler selbst.  Intern, auf Familienfeiern, in den hiesigen Vereinen, in Gesprächen und wo sonst auch immer werden sie nicht müde darauf hinzuweisen, wie sie für Lärmschutz kämpfen und wie sie sich für die Belange ihres Stadtteils einsetzen würden.                                          

Nach Außen aber, in der Stadtverordnetenversammlung und in den maßgebenden Ausschüssen, dort wo Entscheidungen getroffen werden,  wo es gilt -  kein Argument, kein Wort dafür. Keine Garbenheimer FW-Hand hebt sich zur Zustimmung. Im Gegenteil: Die geforderte Lärmschutzwand entlang der B49  wird als Projekt der Garbenheimer SPD gesehen. Und bevor man zulässt, dass auch nur ein Wähler in Garbenheim sagen könnte, die Aktionsgemeinschaft oder gar die SPD habe die Lärmschutzwand durchgesetzt, sorgen FW – Fraktionschefin Lefevre und Ortsvorsteher Lautz höchstselbst dafür, dass lieber gar nichts geht.                      

 Lärmschutzwall entlang der A 45 bei Münch- holzhausen – finanziert aus dem Haushalt der Stadt Wetzlar. Die Einsparung von Deponiekosten für den verwendeten Erdaushub hat die Kosten insgesamt  gemindert,  dessen ungeachtet hat die Stadt Wetzlar noch mehr als eine halbe Million Euro zuschießen müssen- zweifellos sinnvoll angelegtes Geld für die Bewohner des Stadtteils.

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie es geht hat eine andere Dame, die kürzlich  verstorbene FDP – Fraktionsvorsitzende im Wetzlarer Stadtparlament, Irmtrut Rinn, die in Münchholzhausen wohnte,  vorgemacht. Entlang der Autobahn A45 bei Münchholzhausen wurde ein Lärmschutzwall aufgeschüttet. Kosten: knapp 1 Mio Euro, finanziert allein aus dem städtischen Haushalt, ohne Bundes- oder Landesbeteiligung. Was in Garbenheim nicht gehen soll, hat im Nachbarstadtteil problemlos funktioniert.  In Münchholzhausen hat es diese stillschweigende örtliche Übereinstimmung gegeben, die in Garbenheim von den Freien Wählern verweigert wird.  Die Forderung nach Lärmschutz wurde dort von allen politischen Gruppen mitgetragen – unabhängig davon, wer als erster den Vorschlag gemacht hatte. Letztlich umgesetzt wurde es auch aufgrund der Beharrlichkeit der verstorbenen  FDP-Fraktionschefin, weil sie ihre politische Gestaltungsmacht als Vorsitzende einer der städtischen Regierungsfraktionen intelligent und mit Nachdruck für ihren Stadtteil genutzt hat.  Die Lärmschutzfrage ist für Münchholzhausen damit zwar noch nicht abschließend gelöst, weil noch Lärmschutzelemente entlang der Autobahnbrücke fehlen und es dem Vernehmen nach statische Probleme bei deren Befestigung gibt. Aber allein schon der aufgeschüttete Erdwall absorbiert einen hohen Anteil des Verkehrslärms für das obere Wohngebiet und ist für den Stadtteil Münchholzhausen ein guter Anfang zur Lösung seines Verkehrslärmproblems.                                      

Was für Garbenheim bleibt ist der Stadtverordnetenbeschluss vom 15. Juni 2000, nach dem die Koalition aus CDU, FW und FDP das Zugeständnis gemacht hatte, ein Drittel der Kosten einer Lärmschutzwand zu übernehmen, wenn Bund und Land sich jeweils auch mit je einem Drittel beteiligen würden. Man hielt das damals für einen klugen Schachzug um dieser lästigen Garbenheimer Forderung zu begegnen: Es war kein klares Nein – aber man wusste genau, dass weder Bund noch Land mangels Rechtsgrundlage und zur Vermeidung eines Präzedenzfalles auch nur einen Euro zuschießen würden.          

Aktuell, angesichts der konjunkturellen Entwicklung, gerät die Garbenheimer Lärmschutzwand wieder auf die kommunalpolitische Tagesordnung. Die von der Bundesregierung beschlossenen beiden Konjunktur- und Investitionsprogramme sehen die Förderung  kommunaler Verkehrsinfrastrukturmaßnahmen, ausdrücklich auch die Förderung von Lärmschutzmaßnahmen, vor. Immerhin sind bundesweit drei Milliarden Euro dafür bereitgestellt. Wer jetzt als Kommune baureife Pläne aus der Schublade ziehen kann,  hat beste Aussichten davon zu profitieren.                                      

Über die verfügt der Magistrat natürlich  nicht. Diesbezügliche Anträge der SPD- Stadtverordnetenfraktion, zumindest schon die planerischen Voraussetzungen für den Bau der geforderten Lärmschutzwand zu schaffen, sind in der Vergangenheit in der  Stadtverordnetenversammlung immer abgelehnt worden,  natürlich wiederum mit den Stimmen auch der beiden Garbenheimer FW – Abgeordneten. Für den städtischen Haushalt 2009 haben die SPD-Ortsbeiratsmitglieder erneut den Antrag für den Bau und die Finanzierung einer Lärmschutzwand für Garbenheim eingebracht, über den die Wetzlarer Stadtverordnetenversammlung im Laufe des I. Quartals 2009 im Rahmen der jährlichen Haushaltsberatungen abstimmen muss.

Wie das vermutlich ausgehen wird konnte man schon am Abstimmungsergebnis im Ortsbeirat ablesen: Ingeborg Koster(SPD), Waldemar Droß (SPD) und Stefan Wießner(SPD) stimmten für den Antrag, Ortsvorsteher Erich Lautz (FW), Gisela Hofmann (FW), Dieter Major (CDU) enthielten sich der Stimme, FW – Fraktionsvorsitzende Christa Lefevre  stimmte gegen den Antrag.           

Aktuell sieht es so aus, als ob Oberbürgermeister Wolfram Dette das Thema Lärmschutz in Garbenheim aufgreifen würde.  Dem Hinweis der Aktionsgemeinschaft auf die absehbaren Fördermöglichkeiten der von der Bundesregierung aufgelegten Konjunkturprogramme will er jedenfalls, so seine Aussage, nachgehen. Und so gibt es Signale, dass Dette im Vorfeld der im Juni 2009 anstehenden Oberbürgermeisterwahl den Garbenheimer Lärmschutz neu entdeckt und politisch aktiv wird. Die Garbenheimer Bürger würden es jedenfalls begrüßen.


Straßenreinigung und Winterdienst – notwendige Pflicht  für innerörtliche Grundstückseigentümer

In den ehemals selbständigen Gemeinden und jetzigen Wetzlarer Stadtteilen, somit auch in Garbenheim, wird eine alte dörfliche Tradition fortgeführt:  Die Bewohner reinigen ihre Straßen und Wege selber. In der Wetzlarer Kernstadt erledigt das die städtische Straßenreinigung; die Grundstückseigentümer bekommen dies dann per Gebührenbescheid in Rechnung gestellt. Geregelt ist dies alles in der  Satzung der Stadt Wetzlar über die Reinigung der öffentlichen Straßen, Wege und Plätze.

In Garbenheim kommen die meisten Grundstückseigentümer ihrer Reinigungspflicht nach. Die Tradition, nach der am Samstag „die Gass“ gekehrt wurde, ist von den Familien weiter-gegeben worden, dass es in Fleisch und Blut übergegangen ist, seinen Gehweg und seine Straße bis zur Straßenmitte sauber zu halten.

Aber eben nur bei den meisten, längst nicht bei allen. Wer mit offenen Augen durch Garbenheims Straßen geht stellt fest, dass  es durchaus auch schwarze Schafe gibt, die ihrer per Satzung festgelegten Reinigungspflicht nicht oder nur unzureichend nachkommen. Meist ist es noch nicht einmal böser Wille, sondern schlicht Unkenntnis über die bestehenden Verpflichtungen.  Da gibt es Gehwege und Rinnsteine, wo der Dreck zentimeterhoch im Rinnstein liegt und die Disteln hoch aus den Ritzen wachsen. Da wurde erkennbar jahrelang nicht gekehrt, die für alle verbindliche Verpflichtung ignoriert -  und niemand kümmert es.  Dabei ist es die originäre Aufgabe der Stadtverwaltung, die Einhaltung solcher Satzungen sicher zu stellen.

Wer als Grundstückseigentümer hartnäckig seiner Straßenreinigungspflicht nicht nachkommt begeht eine Ordnungswidrigkeit, die mit einem Bußgeld geahndet werden kann. Dieses Wissen scheint im verantwortlichen Dezernat in Wetzlars Stadtverwaltung aber abhanden gekommen zu sein. Eine geschickt und bürgernah handelnde Verwaltung ließe es soweit gar nicht erst kommen. Ein freundlicher Brief oder ein nettes Telefonat mit der Erläuterung der Rechtslage, in besonders hartnäckigen Fällen vielleicht zu Ostern oder Pfingsten - vor den Feiertagen wird bekanntlich besonders gründlich gekehrt -    einen  Besen für den Hausherrn mit den besten Grüßen vom zuständigen Dezernenten  – und in den meisten Fällen wäre das Problem gelöst. Voraussetzung hierfür ist allerdings, dass sich die Verwaltung überhaupt ein Bild macht, wo es mit der Sauberkeit der Straße hapert. Trotzdem dies im Ortsbeirat wiederholt gefordert wurde, wird genau dies nicht gemacht. Im Sinne derer, die ohne groß „zu gackern“ Samstag für Samstag ihre Pflicht und Schuldigkeit tun, wäre dies wohl angebracht. Denn für die Straßenreinigung zahlen, so wie in der Kernstadt, wollen doch wohl alle nicht….

…..und wie sieht es  mit der winterlichen Streu- und Räumpflicht  aus?

Räum- und streupflichtig bei Schnee und Eis ist jeder Grundstücksbesitzer für den Teil des Gehweges, der an sein erschlossenes Grundstück grenzt – egal ob bebaut oder unbebaut. Soweit er dies selber nicht kann, weil er z.B. nicht in Garbenheim wohnt, muss er jemanden beauftragen, dies für ihn zu tun. Für Ortsstraßen, die nur auf einer Seite einen Gehweg haben, wechselt die Räumpflicht von Woche zu Woche vom Anlieger auf den jeweils gegenüberliegenden Grundstückseigentümer, jährlich neu beginnend mit dem 1. Montag des Jahres. Festgelegt ist dies ebenfalls in der oben genannten Satzung der Stadt Wetzlar. (siehe Kasten)  Auch hier kümmert es die Stadtverwaltung nicht wirklich, ob geräumt oder nicht geräumt wird.                    

Dabei könnten hier für säumige Grundstückseigentümer ganz andere Probleme als eine mögliche Bußgeldandrohung der Stadtverwaltung entstehen: Rutscht ein Fußgänger auf dem eisglatten Gehweg aus, fällt  hin und kommt deshalb zu Schaden, haftet der anliegende Grundstückseigentümer – ohne Wenn und Aber.                        Der Verweis auf die eigene Haftpflicht-versicherung hilft da nicht wirklich weiter, wenn man seiner satzungs-gemäßen Räumpflicht nicht nach-gekommen war. Denn die kommt trotz regelmäßiger Beitragszahlungen für den Schaden nicht auf, wenn dieser grob fahrlässig oder gar vorsätzlich verursacht wurde. Das bewusste Ignorieren satzungsgemäßer Verpflichtungen erfüllt normalerweise den Tatbestand mindestens der groben Fahrlässigkeit. Wer die  Kosten eines Krankenhaus-aufenthaltes wegen eines Glatteisunfalles vor seinem Grundstück nicht aus der eigenen Tasche bezahlen möchte, tut gut daran, bei Schneefall und Glatteis seinen Gehweg im Auge  zu behalten und seine rechtlichen Verpflichtungen zu kennen.


Maulkorb für die Garbenheimer Feuerwehr ?

Sie hatten sich an den Ortsvorsteher gewandt mit der Bitte, dem Ortsbeirat, der gewählten Stadtteilvertretung ihr Anliegen vortragen zu können. Auf die  Tagesordnung der Ortsbeiratssitzung vom  16. Dez.2008 war  vom Ortsvorsteher ein eigener Tagesordnungspunkt: „Antrag der Freiwilligen Feuerwehr“ gesetzt worden. Doch während der Ortsbeiratssitzung teilte Ortsvorsteher Erich Lautz (FW) den überraschten Ortsbeiratsmitgliedern mit, dieser Tagesordnungspunkt müsse von der Tagesordnung abgesetzt werden, da der Vorstand der Garbenheimer Freiwilligen Feuerwehr angeblich nun plötzlich kein Interesse mehr daran habe,  mit dem Ortsbeirat zu reden. Während der Sitzung nach den Gründen befragt antwortete Lautz, diese kenne er auch nicht.                                               Die diesbezügliche spätere Nachfrage bei Vorstandsmitgliedern der Garbenheimer Freiwilligen Feuerwehr führte auch nicht weiter. Kein Kommentar - zu der Angelegenheit wolle man gegenwärtig keine Stellung nehmen.                    

Was war geschehen?

Die Garbenheimer Feuerwehr klagt schon seit Jahren begründet darüber, dass die Unterbringung im örtlichen Feuerwehrgerätehaus erhebliche Mängel aufweist. Und so wollte der Vorstand offensichtlich für  Renovierung oder Neubau eines Feuerwehrgerätehauses  im Ortsbeirat werben.  Anscheinend glaubten die Feuerwehrmänner, wenn sie sich an den Ortsvorsteher wenden würden, sei ihr Anliegen in den richtigen Händen. Dies hat sich als Irrtum herausgestellt - im Gegenteil.                                       

Wie  dann Ortsvorsteher Lautz mit dem Ansinnen der Garbenheimer Feuerwehr umgegangen ist, hat schon seine eigene Qualität. Lautz wurde, nachdem er die Einladung zur Ortsbeiratssitzung verteilt hatte und Oberbürgermeister Dette (FDP)  erfuhr, was die Feuerwehr vorhatte, anscheinend wie ein Schuljunge schlicht zurückgepfiffen.    Das Thema bitte jetzt nicht in den Ortsbeirat – so lautete wohl die  politische Maßgabe aus dem Magistrat. Ansprechpartner für Feuerwehrangelegenheiten ist ganz vorne der zuständige Dezernent im Magistrat, Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette (FDP).  Dass Dette kurz vor seiner angestrebten Wiederwahl eine öffentliche Diskussion über das kommunalpolitisch sensible Thema  Zustand, Ausrüstung und Unterbringung der örtlichen Freiwilligen Feuerwehr  vermeiden  möchte, ist aus seiner Sicht verständlich. Dies gilt gerade dann, wenn es sich um begründete Hinweise auf Mängel handelt.  Hier wurde ganz schnell, unter tätiger Mithilfe des Ortsvorstehers, der Deckel auf ein unerwünschtes kommunalpolitisches Thema gepackt und Druck auf den Feuerwehrvorstand ausgeübt, seinen Vorstoß beim Ortsbeirat einzustellen.

„Wir möchten gerne wissen“,  so Ortsbeiratsmitglied Waldemar Droß (SPD), „wie Erich Lautz seine Rolle als Ortsvorsteher versteht“. Üblich sei in den anderen Wetzlarer Stadtteilen, dass der Ortsvorsteher die Interessen der Bürger, die des Stadtteils und die der Vereinsgemeinschaften  nach Außen gegenüber Magistrat und  städtischen Gremien vertrete.  In Garbenheim erfahre man seit Jahren das Gegenteil. Hier sei es die Regel, dass der Ortsvorsteher die Interessen des hauptamtlichen Magistrats  gegenüber Bürgern und Vereinen des Stadtteils vertrete. Der Umgang mit dem Anliegen der Feuerwehr sei hierfür ein Paradebeispiel.      


Stützwandsanierung „Wacholderberg“ – Anlieger wehren sich gegen zu hohe Kostenbeteiligung

Die Anlieger des „Wacholderberges“ wehren sich gegen zu hohe Kostenbelastung durch den geplanten Neubau der Stützmauer. Seit über 20 Jahren ist an der Ortsstraße „Wacholderberg“ nichts repariert worden. Die Bordsteine und Rinnsteine haben sich in dieser Zeit vielfach  gesetzt; Oberflächenwasser ist in den aufgeschütteten Boden geflossen, Risse in der Bitumendecke sind durch Ab-senkungen entstanden – kurzum, es besteht erheblicher Sanierungsbedarf. Das Fazit der städtischen Bauverwaltung nach jahrzehntelangem Nichtstun: Jetzt wird geklotzt, und nicht gekleckert.

Der Wacholderberg soll talseits auf mehr als der halben Länge mit einer neuen Stützmauer saniert werden, Teile des Kanals sowie Bord- und Rinnsteine sind zu erneuern, der Gehweg soll überwiegend mit Verbundsteinen gepflastert werden. Die alte Straßendecke zwischen „Mehlstück“ am einen Ende  und „Pfeiffer“ am anderen Ende wird abgefräst und eine neue Feinbitumen-decke aufgebracht. Über die gesamte Länge soll dann aus Sicherheitsgründen noch ein 1m – hoher Stabgitterzaun auf der Mauerkrone der Stützmauer angebracht werden. Kosten werde das gesamte Projekt, so die Planung der Bauverwaltung, aller Voraussicht nach 320 000 Euro. Im Februar 2007, zu Beginn der Planungen,  hatte Achim Beck (CDU) als zuständiger Baudezer-nent in einem offiziellen Schreiben an Ortsvorsteher Erich Lautz (FW) noch mitgeteilt, „da die Stütz -wanderneuerung nicht im Zusammenhang mit einer erstmaligen Erschließung steht, fallen keine Beiträge nach der Erschließungsbeitragssatzung an“.                                                  

Das wurde später dann von ihm zurückgenommen. Er, Beck, habe sich geirrt. Die Kosten  seien doch umzulegen; die Grundstücksanlieger in dem Abschnitt zwischen „Mehlstück“ und Einmündung „Am Pfeiffer“ seien zu 50 Prozent an den Kosten der Baumaßnahme zu beteiligen.            

Die Sanierung der Straße „Wacholderberg“ ist ohne Zweifel  erforderlich. Das sehen auch Anlieger so. Dass die Straße so ist wie sie ist – nämlich dringend sanierungsbedürftig, liegt zuvorderst an den versäumten Reparaturen der ver-gangenen  Jahre. Diesen Vorwurf muss sich Beck bekanntlich nicht nur in Garbenheim anhören. Im gesamten Stadtgebiet  haben es Beck und die CDU,FW, FDP – Koalition  zu verant-worten, dass Straßensubstanz verfällt, die dann, wenn das Kind im Brunnen liegt und nichts mehr zu reparieren geht, zu Lasten der Anwohner grundhaft teuer saniert werden muss.

Die Anlieger des Wacholderberges hatten sich überwiegend damit abgefunden, dass Sie für ihre Straße mit z.T. mehreren Tausend Euro zur Kasse gebeten werden sollten. Als die im Sommer 2008 erfolgte öffentliche Ausschreibung der  Baumaßnahme ergab, dass die  preisgünstigste Firma mit ihrem Angebot rund 50 % über den ursprünglich berechneten Kosten von 320.000 Euro lag, gab es Widerstand bei den Anwohnern. Unterschriften wurden gesammelt; der Magistrat wurde angeschrieben. Die Forderung der Anlieger:  Die Baumaßnahme nicht auf das Wünschenswerte, sondern auf das Notwendige beschränken. Das Konzept der Bauverwaltung sei Kür – aus Sicht der Anlieger genüge die Pflicht.  Große Abschnitte der vorhan-denen Stützmauern seien noch in Ord-nung und  ein teurer durchgängiger Stabgitterzaun sei so auch nicht erforderlich.  Bis zum gegenwärtigen Zeitpunkt bleibt Beck dabei, dass das vorliegende Konzept mit kaum nennenswerten

Bild: Sanierte Stützmauer in der „Ritterkaut“

Abstrichen realisiert werden soll. Man hoffe, dass bei der erneuten Ausschreibung der Maßnahme in 2009 aufgrund der verschärften Wettbewerbssituation im Tiefbau die Baumaßnahme doch noch zu den  ursprünglich kalkulierten Kosten zu bekommen sei. Ob dies nur ein frommer Wunsch ist oder ob diese Einschätzung einen realen Hintergrund hat wird sich in den nächsten Monaten zeigen.

Die Grundstücksanlieger der Straße „Ritterkaut“ hatten hingegen Glück. Erst nachdem die kürzlich dort zusammengebrochene Stützmauer auf rd. 13 m Länge mit Winkelelementen und Stabgitterzaun saniert und seitens der Stadt komplett finanziert worden war, hat Wetzlars Baudezernent Achim Beck (CDU) umdisponiert und entschieden, dass, entgegen seiner ursprünglichen Aussage, die Anwohnerbeteiligung an den Kosten der Stützmauersanierung Wacholderberg doch erforderlich sei.

                         

 

Auszug aus der Straßenreinigungssatzung der Stadt Wetzlar

§ 9

Schneeräumung

(1) Neben der allgemeinen Straßenreinigungspflicht haben die Verpflichteten bei Schneefall die Gehwege, Überwege und Fußgängerzonen im Bereich der ihnen zugeordneten Reinigungsfläche in einer solchen Breite vom Schnee zu räumen, dass der Verkehr nicht mehr als unvermeidbar beeinträchtigt wird. Die Mindestbreite (bei Gehwegen mit vorwiegend Anliegerverkehr) beträgt 1,25 m.

(2) Bei zweiseitig bebaubaren Straßen mit nur einseitigem Bürgersteig sind die Eigentümer und Besitzer der Grundstücke auf beiden Straßenseiten räumpflichtig. Die Räumpflicht wechselt von Woche zu Woche (Montag bis Sonntag) zwischen den Anliegern auf der Seite des Bürgersteigs und den Gegenüberliegern, jährlich neu beginnend mit dem ersten Montag im Jahr bei den Anliegern auf der Seite des Bürgersteigs.

Das Grasmaul

Stadtteilzeitung des SPD-Ortsvereins Garbenheim            Juni 2009

 

Lärmschutz Garbenheim – Teil II:  Wie lange wollen wir uns das eigentlich noch gefallen lassen ?

Es war nicht ungeschickt, wie die Koalition aus CDU, FDP und FWG den Haushaltsantrag der Wetzlarer SPD zur Finanzierung einer Lärmschutzwand entlang der B49 in Garbenheim Mitte April in der Stadtverordnetenversammlung mit ihrer Mehrheit ausgehebelt hatte.

Im Konjunkturpaket I der Bundesregierung vom November 2008 waren Gelder des Bundes für Lärmschutzmaßnahmen zur Verfügung gestellt worden. Kommunen, die fertige Pläne  in der Schublade hatten und zügig Mittel beantragen würden, konnten durchaus von dem Programm profitieren.

Im Dezember 2008 hatte die Garbenheimer Aktionsgemeinschaft pro Lärmschutz den Magistrat auf dieses Förderprogramm hingewiesen und den Magistrat aufgefordert, hier schnell aktiv zu werden. Ergebnis: Null, Nichts!

Erst als Mitte April der Antrag der SPD –Stadtverordnetenfraktion für die Bereitstellung der Mittel für eine Lärmschutzwand aus dem städtischen Haushalt auf dem Tisch lag, wurde die Koalition unruhig. Schließlich steht am 7. Juni die Oberbürgermeisterwahl in Wetzlar an.

Noch einmal die Blöße, dass die Garbenheimer FWG-Stadtverordneten Christa Lefevre und Ortsvorsteher Erich Lautz in aller Öffentlichkeit gegen fundamentale Interessen  ihres eigenen Stadtteils votieren müssten, wollte man sich nicht geben.

Deshalb hatte die Koalition noch eilends während der Ausschussberatungen über den SPD-Antrag  einen Alternativantrag formuliert, der dann auch die Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung fand. Der Magistrat wurde beauftragt, sich um Fördermittel aus dem Konjunkturpaket I der Bundesregierung zu bemühen - das gleiche Förderprogramm, auf das die Aktionsgemeinschaft den Magistrat schriftlich schon ein Vierteljahr früher, im Dezember 2008 hingewiesen hatte.  Dass Dette & Co hier drei Monate schlicht untätig waren und damit durch Zeitverzug die Chancen tatsächlich Fördermittel des Bundes zu bekommen gegen Null gehen, raubt in dieser Koalition niemanden den Schlaf.

Sören Bartol (SPD), Marburger Bundestagsabgeordneter, Verkehrsexperte und Mitglied im Verkehrsausschuß des Deutschen Bundestages gibt dem Wetzlarer Antrag allein schon wegen der späten  Antragstellung kaum Chancen, weil andere Kommunen hier schneller reagiert hatten.

Und so bleibt als Fazit, dass allen Lippenbekenntnissen von CDU, FDP und FWG zum Trotz, diese Koalition überhaupt nicht daran denkt, selbst wenn sie die Fördermittel auf einem Silbertablett serviert  bekäme, Lärmschutz für Garbenheim zu realisieren. Wie ist es ansonsten zu erklären, dass der Magistrat von Dezember 2008 bis April 2009, trotzdem er noch ausdrücklich auf das  Förderprogramm hingewiesen wurde, nichts auf den Weg gebracht hat ?  Möchten Dette, Beck & Co auch noch zum Jagen getragen werden ?

Dabei würden die Kosten für eine Lärmschutzwand mit rd. 150 Tsd. Euro pro Jahr die städtischen Finanzen auch ohne zusätzliche Fördermittel  nicht überstrapazieren.  Da werden Jahr für Jahr von dieser Koalition höhere  Beträge für deutlich weniger sinnvolle Zwecke ausgegeben.  Allein die Ausrichtung des Hessentages 2012, um den sich Dette bemüht, wird der Stadt Wetzlar aller Voraussicht nach Schulden in Millionenhöhe bescheren. 

Und so bleibt in der Tat die Frage für die Garbenheimer Bürger, wie lange sie sich diese Tricksereien und politische Hinhaltespielchen noch gefallen lassen wollen? 

Dabei haben die Bürger, wenn sie es wollen, ein sehr wirksames Mittel in der Hand um sich zu wehren:  Ihre Stimme, ihr Kreuz  in der Wahlkabine – der Zorn der Wähler kann bekanntlich Berge versetzen.

Am 7. Juni ist Oberbürgermeisterwahl  und Europawahl – gehen Sie hin. 

 

Zitate aus der Stadtverordnetenversammlung vom 22. April zum Thema Lärmschutz

Christa Lefevre (FWG)

..den Haushaltsantrag von der SPD hätten wir nicht mitgetragen, denn es ist unrealistisch anzunehmen, dass die Stadt die Gesamtkosten dieser Lärmschutzwand  trägt…………. 

Brigitte Droß (SPD)

es liegt doch auf der Hand, dass Sie sich mit diesem Antrag… wieder einmal über einen Wahltermin retten wollen. Diese Vorgehensweise kennen wir ja schon aus der Vergangenheit. Ich weiß, viele der hier Anwesenden sind des Themas müde. Unterschätzen Sie aber nicht die Hartnäckigkeit der Garbenheimer Bürger, die weiter um den Wohnwert ihres Stadtteils kämpfen werden.                                      

Dette - Buchten

Der Verbindungsweg durch die Lahnaue von Garbenheim nach Naunheim erfreut sich  insbesondere bei schönem Wetter großer Beliebtheit:  Autofahrer auf dem Weg zur Segelflughalle und Naunheimer Sportgelände,  Radfahrer, Spaziergänger, Skater und zwischendrin manchmal auch noch landwirtschaftlicher Verkehr  - und dies alles auf einem schmalen befestigten ehemaligen Feldweg.  Für den Weg ist zwar Geschwindigkeitsbeschränkung  30 Km/h angeordnet – aber das Auge des Gesetzes ist weit weg. Wetzlars Oberbürgermeister Wolfram Dette hatte, als  die Klagen über Raser an ihn herangetragen wurden, einen Vorschlag zur Abhilfe: Schwellen.  Nun ist gegen Schwellen zur Verkehrsberuhigung beispielsweise in Anwohnerstraßen an und für sich nichts einzuwenden. Auf einem ausgewiesenen Fernradweg, und hierzu gehört der Weg durch die Lahnaue, sind sie eher Unfallquelle als probates Mittel zur Geschwindigkeitsreduzierung.   Sie nützen insbesondere dann nichts, wenn sie von PKWs umfahren werden.  Und genau dies passiert: Dafür braucht es keinen Verkehrspsychologen, das hätte jeder Autofahrer Herrn Dette vorab sagen können. Da wo Platz ist werden die Schwellen umfahren. Folge ist, dass der Weg an diesen Stellen beidseitig ziemlich übel zugerichtet wird. 

Zwischenzeitlich hat der Volksmund die kaputtgefahrenen Randstreifen  Dette-Buchten getauft.  Es wird nicht lange dauern, dann wird im Haushalt der Stadt Wetzlar Geld für die Beseitigung der Dette-Buchten eingestellt werden müssen. Den Bürgern wird man dann stolz mitteilen, dass man doch, entgegen der Miesmacherei der Opposition,  erhebliche Anstrengungen unternehme um Straßen und Wege instand zu halten.

Dette-Buchten auf dem Verbindungsweg in der  Garbenheimer Lahnaue.

 

Anwohner des Wacholderberges werden für Versäumnisse des Baudezernenten zur Kasse gebeten

Nun liegt das neue Ausschreibungsergebnis für den Bau der Stützmauer am Wacholderberg vor. In einem Schreiben an die Anlieger teilte die Bauverwaltung Ende April mit, dass die Baukosten  den ursprünglichen Schätzbetrag der Planer von 320.000 Euro um 80.000 Euro nur „maßvoll“  übersteigen würden. Jetzt meinen sie seien die Anwohner richtig froh, dass die Kosten nur 400.000 Euro anstatt wie bei der ersten Ausschreibung  480.000 Euro betragen würden. Das kann, je nach Grundstücksgröße für die Anwohner  bedeuten, dass die Rente eines halben Jahres weg ist. Für Dette und Beck mögen das  kleine Beträge sein, für Einige wird dies bedeuten, dass sie Schulden machen  müssen.  Dabei wird nach wie vor auch von Baufachleuten diese Sanierungsmaßnahme „Stützmauer Wacholderberg“ als in dieser Form unnötig und  überzogen bewertet.

Insbesondere die Tatsache, dass über Jahre hinweg die Sanierung selbst von kleineren Straßenschäden unterlassen wurde und nun diese Versäumnisse von den Anwohnern bezahlt werden müssen, treibt den Leuten die Zornesröte auf die Stirn.  Dabei wird der Wacholderberg kein Einzelfall bleiben. Davon gehen zumindest Stadtverordnete der SPD aus. Dahinter stecke offensichtlich System: Straßensanierungen kosten Geld; die Magistrat kann viel Geld sparen, wenn man nur lange genug mit den Reparaturen wartet und dann die Anlieger zur Kasse bittet.

Ortsvorsteher Erich Lautz (FWG) ist bei diesem Thema merkwürdig still geworden.  Baudezernent Beck hatte ihm offiziell im Februar 2007 noch schriftlich mitgeteilt, dass auf die Anwohner des  Wacholderberges  wegen der Stützwandsanierung keinerlei Kosten zukommen würden. Das Ganze sei ein Irrtum gewesen, so Beck später.  Anlieger sind zu Recht der Auffassung, dass Ortsvorsteher Lautz, Stadtverordneter und stellvertretender Stadtverordnetenvorsteher, wenn er einen Funken politisches Rückgrat gehabt hätte, Beck auf sein schriftlich gegebenes Wort hätte festnageln müssen.

 

Wagner oder Dette ?  Oberbürgermeisterwahl und Europawahl am 7. Juni.

Bei der letzten Oberbürgermeisterwahl im Juni 2003 beteiligten sich von  rd 1600 Wahlberechtigten  im Stadtteil  Garbenheim gerademal  541 (32,2%)  an der Wahl und gaben ihre Stimme ab. In Wetzlar insgesamt sah es nicht viel besser aus. Dort  ging ebenfalls nur jeder dritte Wähler zur Wahl  - Wahlbeteiligung 34,5 Prozent.  Für die  Einen ein bestürzendes Ergebnis, weil sie die Grundfesten der kommunalen Selbstverwaltung bedroht sehen, wenn  Wähler ihr Wahlrecht im wahrsten Wortsinne  in die „(Papier)Tonne“  werfen ; für die Anderen ein klares Zeichen dafür, dass die Wähler in ihrer überwiegenden Mehrzahl mit dem Oberbürgermeister und der von ihm bestimmten  Kommunalpolitik in Stadtteil und Gesamtstadt  ausgesprochen zufrieden sind – ansonsten hätten sie ihre Unzufriedenheit mit ihrer Stimmabgabe ja zum Ausdruck bringen können.  In Garbenheim waren dies in 2003 immerhin über 1100 zufriedene  Wahlberechtigte, die bei der letzten Oberbürgermeisterwahl  im Juni 2003 zuhause geblieben waren. 

Am 7. Juni  wird erneut  gewählt  - Europawahl und Wetzlarer Ober- bürgermeisterwahl.  Für die Wetzlarer SPD stellt sich Manfred Wagner  (www.manfred-wagner.de)  als Oberbürgermeisterkandidat dem Votum der Wetzlarer Wähler. Wagner, seit fast 25 Jahren Ortsvorsteher in Naunheim,  qualifizierter Verwaltungsbeamter, Abteilungsleiter in der Kreisverwaltung und versierter Kommunalpolitiker,  tritt als Alternative zum derzeitigen Amtsinhaber Wolfram Dette (FDP) auch unter der Überschrift  „ Nicht nur reden, sondern auch handeln“  an.

 

Garbenheimer Klappergasse

Wenn man alles zusammenrechnet  hat der Ausbau der Garbenheimer  Bachstrasse  im Jahr 2003 insgesamt mehr als 800.000 Euro gekostet.  Ein ordentlicher Anteil davon wurde, wie derzeit beim Ausbau des Wacholderberges vorgesehen, auf die Anlieger umgelegt.  Man hatte  Anliegern und Ortsbeirat versprochen,  die Baumaßnahme werde zwar etwas teurer, aber dafür werde die Ortsstraße auch dauerhaft  in Ordnung gebracht sein und das Edelpflaster sei auch optisch sehr ansprechend .  Bezüglich des Pflasters läßt sich über Geschmack bekanntlich trefflich streiten. Tatsache ist, dass die Bachstraße nach nicht einmal 6 Jahren deutliche Baumängel aufweist. Die teure Pflasterung hält der Verkehrsbelastung offensichtlich nicht dauerhaft stand; das Pflaster „klappert“. An der Ecke zum Abzweig Ritterkaut, dort wo durch die rechtwinklige Kurve die Belastung zwangsläufig besonders hoch ist, sind schon die ersten Pflastersteine „hochgekommen“.  Man müsse halt nachsanden, so die lapidare Mitteilung im Ortsbeirat – mehr nicht.

Die Anwohner der Garbenheimer Wohnstraße „Philippswonne“ haben beim Endausbau, als es um die Frage ging „Pflaster oder Schwarzdecke“ im nachhinein gesehen offensichtlich richtig entschieden. Sie lehnten die  teure Pflasterung ab und entschieden sich für einen pflegeleichten  Bitumenbelag – der war deutlich billiger und klappert wenigstens nicht.

 

Was andere nicht bringen – hier können Sie es lesen                                                Informationen und Nach- richten aus der Wetzlarer Kommunalpolitik

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